In der Gemeinde Geeste an der Ems wurde auf einer etwa zwei Hektar großen Fläche, die sich nördlich vom Speicherbecken und westlich der B70 befindet, eine Flachwasserzone mit Auencharakter angelegt. Diese Maßnahme bot sich an der Stelle an, da die Fläche an den “Fischteichableiter”, ein Nebengewässer mit Anschluss an die Ems, angrenzt.
In der Gemeinde Geeste an der Ems wurde in der zweiten Jahreshälfte 2025 im Rahmen des Projektes „Kleingewässerentwicklung in Niedersachsen“ auf einer etwa zwei Hektar großen Fläche, die sich nördlich vom Speicherbecken und westlich der B70 befindet, eine Flachwasserzone mit Auencharakter angelegt. Diese Maßnahme bot sich hier an, da die Fläche an den “Fischteichableiter”, ein Nebengewässer mit Anschluss an die Ems, angrenzt. Die Fläche erschien auch deshalb als sehr geeignet, weil sie sehr feucht ist und damit gute Voraussetzungen bietet, um Gewässerstrukturen zu integrieren.
Das unregelmäßig geformte Gewässer wurde auf einer Fläche von etwa 140 x 75 Metern angelegt. Die Verbindung der Auenbereiche zum „Fischteichableiter“ bekam eine Breite von ca. 5 Metern. Die Sohle der Anbindung wurde nicht tiefer als die Sohle des „Fischteichableiters“. Um die unproblematische Unterhaltung der Gewässer sicherzustellen, wurde die Verbindung des „Fischteichableiters“ zu den Auenbereichen als durchfahrbare Furt aus Schüttsteinen gestaltet. Dabei wurde darauf geachtet, dass die Rampen der Furt nicht steiler als 1:7 geneigt sind.
In den Seitenbereichen wurde die Wassertiefe auf 10 bis 50 Zentimeter reduziert, um flache und strukturreiche Uferzonen zu schaffen. Unterschiedliche Neigungen der Uferbereiche wurden ausgeprägt, um Wasserwechselzonen und eine Vielfalt an Lebensräumen zu entwickeln.
Bei der Maßnahme werden die lokalen hydrologischen und geologischen Gegebenheiten berücksichtigt. Die Kleingewässer werden so angeleggt, dass sie zu den Seitenbereichen deutlich flacher werden, mit Tiefen zwischen 10 bis 40 Zentimeter. Die tieferen Bereiche dienen zum Schutz und als Rückzugsort bei geringeren Wasserständen. Dagegen sollen die flacheren Bereiche als Laichhabitate dienen. Die Uferbereiche werden divers gestaltet. Dazu gehören Flächen mit unterschiedlichen Neigungen, Tiefen und Substrattypen. Dadurch bilden sich strukturreiche Wasserwechselzonen, die Lebensraum für viele unterschiedliche Pflanzen wie Wasserpflanzen und Röhrichtpflanzen bieten.
Das Ziel der Maßnahme ist es, eine Flachwasserzone mit Auencharakter zu schaffen, die einen strukturreichen Lebensraum für aquatische und semiaquatische Tiere und Pflanzen bietet. Der neu gewonnene Lebensraum stärkt die Diversität und fördert wichtige Ökosystemleistungen.
Auen bieten wichtige Lebensräume für eine Vielfalt an Tieren und Pflanzen. Sie sind jedoch, durch die Begradigung und das Eindeichen von Flüssen und die Landentwässerung, fast vollständig aus der Landschaft verschwunden. Auenlebensräumen wird jedoch eine wichtige Funktion als Laich- und Aufwuchsgebiet zuteil und sie erbringen essentielle Ökosystemleistungen. Im Fokus stehen dabei im Besonderen Aspekte des Fischarten- sowie Amphibienschutzes. Fischarten, die im Frühjahr laichen, nutzen die besonnten sich schnell erwärmenden Gewässer als Laich- und Aufwuchshabitat. Durch die entstehende Strukturvielfalt, ergeben sich auch neue Lebensräume für Amphibien, Insekten und Pflanzen.
Das geschätzte Bodenaushubgesamtvolumen beträgt 7600 Quadratmeter. Bei einer Oberbodenschichtdicke von 0,3 Meter fallen ca. 2280 Quadratmeter Oberboden an. Der Bodenaushub wird auf der Maßnahmenfläche und dem angrenzenden Acker verbracht. Beide Flurstücke liegen nicht im Überschwemmungsgebiet.
Der Oberboden wird auf der verbleibenden Maßnahmenfläche und dem angrenzenden Acker eingeebnet. Zur Verfügung stehen dort ca. 1,3 ha. Somit beträgt die Mächtigkeit des Oberbodens nach Einebnung auf der Fläche ca. 0,18 m.
Der ausgehobene Sand geht in das Eigentum des beauftragten Unternehmers über.
Die Unterhaltungspflicht des Gewässers obliegt nach Abschluss der Baumaßnahme dem Genehmigungsinhaber. Das Gewässer wird nach Abschluss der Bauarbeiten durch den Landesfischereiverband Weser-Ems e.V. ökologisch begleitet, um die Zielsetzungen der Habitatentwicklung zu überprüfen und anzupassen.
Zusätzlich zu den Gewässern will die Naturschutzstiftung Emsland eine Laubgehölzhecke und Regiosaatgut anpflanzen.
Projektträger ist der Angelsportverein Geeste e.V., die Antragstellung erfolgte über den Angelfischerverband Weser-Ems e.V. Die Finanzierung erfolgt maßgeblich durch die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung. Außerdem sind die Stiftung Emsländische Gewässerlandschaften sowie der ASV Geeste mit einem Eigenanteil an der finanziellen Realisierung des Projektes beteiligt.
