Am Biener See wurde im Frühjahr 2026 im Rahmen des Projektes Kleingewässerentwicklung in Niedersachsen eine Laich- und Flachwasserzone angelegt. Ziel des Projekts ist die ökologische Aufwertung des Sees. Damit sich das Wasser in der Flachwasserzone im Frühjahr schnell erwärmt, blieb eine Landzunge stehen, womit ein etwa zehn Meter breiter Anschluss zur Flachwasserzone geschaffen wurde.
Der Biener See ist ein ehemaliges Bodenabbaugewässer, das Mitte der 1970er Jahre für den Bau der B70 entstand. Der rund sieben Hektar große See gehört zur Stadt Lingen und befindet sich in der Gemarkung Biene, die zwischen Lingen und Geeste liegt. In der Mitte des Gewässers befindet sich eine kleine Insel, im westlichen Teil fällt ein trockengefallenes, mit Bäumen bewachsenes Areal auf, das nun als Flachwasser – und Laichzone gestaltet wurde.
In der Flachwasserzone können sich besonders gut strukturgebende Röhricht- und Schwimmblattgesellschaften sowie Unterwasservegetation ansiedeln.
Ziele und Voraussetzungen
Ziel des Projekts im Rahmen des Großprojektes Kleingewässerentwicklung in Niedersachsen ist die ökologische Aufwertung des Biener Sees durch die Herstellung einer ausgedehnten Flachwasserzone am westlich gelegenen Ufer. Damit sich das Wasser in der Flachwasserzone im Frühjahr schnell erwärmt, blieb eine Landzunge stehen, womit ein etwa zehn Meter breiter Anschluss zur Flachwasserzone geschaffen wurde.
Flachwasserzonen zeichnen sich durch lichtdurchflutete Uferzonen aus, die perfekte Bedingungen für Unterwasserpflanzen schaffen. Diese sind von zentraler Bedeutung für Pflanzenlaicher wie etwa den Hecht (Esox lucius) oder die Schleie (Tinca tinca). Besonders Jungfische profitieren von den perfekten Kinderstuben, die Flachwasserzonen durch höhere Wassertemperaturen, ein größeres Nahrungsangebot und ihre Schutzräume bieten. Die Schaffung von Flachwasserzonen in Baggerseen ist damit die effektivste Methode, um Fischpopulationen zu verbessern. Auch Amphibienarten wie die Erdkröte (Bufo bufo), der Grasfrosch (Rana temporaria), der Kleine Wasserfrosch (Rana lessonae), der Seefrosch (Rana ridibunda) sowie der Teichfrosch (Pelophylax kl. esculentus) nutzen Flachwasserbereiche in Baggerseen als Lebensraum und zur Fortpflanzung.
Maßnahme
Der ausgedehnte Flachwasserbereich hat eine maximale Wassertiefe von etwa 30 bis 50 Zentimeter erhalten. Damit sich das Wasser der Flachwasserzone im Frühjahr schnell erwärmt, wurde der Wasseranschluss über eine etwa 10 Meter breite Verbindung an den Biener See gewährleistet. Die übrige Landmasse blieb als Landzunge stehen. Zu den Seitenbereichen wird das Gewässer flacher mit maximalen Tiefen zwischen 10 bis 40 Zentimeter.
Insgesamt entstand eine Gewässerfläche von 2800 m2. Aufgrund der geringen Gewässertiefen und der geringen Trübung des Gewässers wird die Förderung submerser Makrophyten angestrebt.
Besonderer Wert wurde bei der Gestaltung des Gewässers auf die Entwicklung der semiaquatischen Fauna und Flora gelegt. Hierzu wurden die Uferbereiche mit unterschiedlichen Neigungen ausgeprägt, so dass sich gut strukturierte Wasserwechselzonen ergeben. Die gesamte Maßnahme wird in den folgenden Jahren durch den Verein begleitet und betreut.
Hintergrund
Das Grundstück mit dem See wird vom FV 1888 Lingen/Ems e.V. gepachtet. Dem Verein gehören rund 1680 Frauen und Männern und 125 Jugendlichen im Alter zwischen 10 und 18 Jahren an. Der FV 1888 Lingen e.V. als Projektträger ist dem Landesfischereiverband Weser-Ems e.V. angeschlossen und setzt sich für die Gewässer der Region ein. Die gesamte Bauausführung wird durch die Gewässer- und Fischereibiologen des Landesfischereiverbandes Weser-Ems e.V. fachlich begleitet.
