Fischereiverband Weser Ems

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Revitalisierung des Elsbachs (26.11.2025)

Im Frühjahr 2025 wurde ein Teilbereich des Elsbachs in der Gemeinde Salzbergen revitalisiert. Ziel der Maßnahme war die Schaffung von naturraumtypischen Bachstrukturen. Dies beinhaltet die Wiederherstellung eines reichhaltig strukturierten Bachlaufes in Verbindung mit kleinräumigen Auenstrukturen. Der naturferne ausgebaute Zustand des Gewässers wurde in Teilen durch einen neuen naturnahen Gewässerverlauf ersetzt. Darüber hinaus erfolgte die Herstellung der linearen Durchgängigkeit durch Umgehung eines vorhandenen Sohlabsturzes.

Im Frühjahr 2025 wurde ein Teilbereich des Elsbachs revitalisiert. Der Bach entspringt im Landkreis Steinfurt (NRW), tritt im Bereich des Haddorfer Sees in den Landkreis Emsland (Niedersachsen) ein und durchzieht die Gemeinde Salzbergen. Der Elsbach gehört zu dem Bearbeitungsgebiet „Obere Ems“. Die Lauflänge auf niedersächsischem Gebiet beträgt 7,6 km (2,9 km in NRW). In diesem Bereich wurde das Gewässer dem Typ 18 (Löss-lehmgeprägte Tieflandbäche) zugeordnet und als erheblich verändertes Gewässer eingestuft (in NRW als erheblich veränderter, sandgeprägter Tieflandbach).

Ziel der Maßnahme war die Schaffung von naturraumtypischen Bachstrukturen. Dies beinhaltet die Wiederherstellung eines reichhaltig strukturierten Bachlaufes in Verbindung mit kleinräumigen Auenstrukturen. Dadurch wurde der zum Teil naturfern ausgebaute Zustand des Gewässers in Teilabschnitten durch einen neuen naturnahen Gewässerverlauf ersetzt.
Darüber hinaus erfolgte die Herstellung der linearen Durchgängigkeit durch Umgehung eines vorhandenen Sohlabsturzes. Die beantragten Maßnahmen waren ein Teil des Maßnahmenkatalogs zur Umsetzung des Gewässerentwicklungsplanes „Elsbach“.

In einem Abschnitt ca. 70 Meter unterhalb des vorhandenen Sohlabsturzes bis etwa 10 Meter oberhalb der Brücke der Straße „Im Holde“ wurde das Gewässer aus seinem vorherigen Bett auf einer Länge von ca. 120 Meter verlegt, um den naturnahen Verlauf mit angrenzender Aue zu schaffen. Dazu wurde der anstehende Oberboden auf einer Breite von etwa 5 bis 8 Meter bis in die entsprechenden Tiefen abgetragen.
Danach erfolgte die Profilierung des neuen naturnahen Gewässerverlaufes. In diesem Gewässerabschnitt wurde durch den gezielten Einbau von Strukturelementen (Totholz, Kies) ein reichhaltig strukturierter Gewässerabschnitt geschaffen. Die Anbindung an den Elsbach erfolgt dabei über den Bau einer Überlaufschwelle, mit einer Vor- und Nachbettsicherung, im vorherigen Verlauf. Der neue Verlauf hat im Abzweig an der Überlaufschwelle eine Sohlhöhe von ca. 26,10 Meter NN.

Durch die Schaffung des neuen Verlaufs mit Sekundäraue sowie der Herstellung einer Überlaufschwelle im Altlauf des Elsbachs erfolgt eine Vergrößerung des Abflussquerschnitts. Dadurch ist keine nachteilige Veränderung in Hochwasserphasen zu erwarten. Lediglich im Bereich zwischen dem vorherigen Sohlabsturz und der neuen Überlaufschwelle, welche sich in etwa gleicher Höhenlage wie der Oberkante des vorhandenen Sohlabsturzes befindet, erfolgt eine Anhebung des Wasserstandes.
Auf den ersten ca. 70 Meter zwischen altem Sohlabsturz und neuer Überlaufschwelle erfolgte eine teilweise Sohlanhebung, um den Fließgewässercharakter beibehalten zu können. Durch die Ausbildung eines mäandrierenden Gewässerverlaufs erhielt der Elsbach in diesem Teilstück einen etwas längeren Verlauf, und die Durchgängigkeit wurde wieder hergestellt. Der bestehende Altlauf blieb als Hochwasserentlaster und Sekundärbiotop bestehen.
Der seitlich einmündende Graben wurde mit einem Rohr in das Unterwasser des Altlaufes angebunden. Dabei dükert das Rohr den neuen Verlauf des Elsbaches. Die genaue Linienführung und Dimensionierung erfolgte im Rahmen der biologischen Baubegleitung durch den Fischereibiologen des Landesfischereiverbandes Weser-Ems und orientierte sich an den vorhandenen Gefälleverhältnissen.
In Abschnitt von der Brücke der Straße „Im Holde“ bis Mündung Ems erfolgte auf einer Länge von etwa 300 Meter eine Kombination aus gezieltem Einbau von Strukturelementen (Totholz, Kies) sowie einer kleinräumigen Teilverlegung, um die Dynamik des Gewässers zu fördern. Damit wird die Ausbildung eines gut strukturierten Bachlaufes mit Abfolge von Kolk-/ Rauschestrukturen und wechselnden Uferstrukturen erwartet.
Für die kleinräumige Teilverlegung wurde die östlichen Uferseite im Bereich der vorhandenen Baumreihe abgegraben. Die dazu erforderliche Herstellung der Überlaufschwelle erfolgte aus Wasserbausteinen in Verbindung mit ortsnahem Material (Sand, Grassoden). Auch in diesem Abschnitt ist durch die Teilverlegung des Gewässers keine Verschärfung in Hochwasserphasen zu befürchten, da dieser Abschnitt bereits im Rückstaubereich der Ems liegt. D.h. bei steigenden Abflüssen steigt die Ems bereits so stark an, dass Abflüsse des Elsbaches in diesem mündungsnahen Bereich keine Rolle in Bezug auf bachseitig zu besorgende Hochwasserabflüsse spielen.

Auf den ersten etwa 70 Meter bachabwärts der Straßenbrücke „Im Holde“ wurde der durch die Sohlsicherung der Brücke vorhandene Gefällesprung durch gezielten Kieseinbau angeglichen, um eine verbesserte Durchgängigkeit des Elsbachs zu erreichen. Da sich mit der partiellen Einengung des Niedrigwasserprofils die Schleppkraft des Wassers erhöht, werden Feinsedimentablagerungen abgetragen. Dadurch erhält das Gewässer wieder eine Dynamik, ohne dass der Wasserabfluss gefährdet ist. Es kommt zur Ausbildung von Kolken, Flachwasserbereichen und damit zu einem vielgestaltigen Lebensraum.