Mit neuen Strukturen lädt der Große Loyer See südöstlich von Rastede zur Entwicklung einer großen Artenvielfalt in einem gesunden Gewässer ein. Denn seit dem 26. Mai 2024 befindet sich eine Schilfinsel auf dem See, die einen neuen Anziehungspunkt für kleine und große Lebewesen über und unter der Wasseroberfläche bildet.
Mit neuen Strukturen lädt der Große Loyer See südöstlich von Rastede zur Entwicklung einer großen Artenvielfalt in einem gesunden Gewässer ein. Denn seit dem 26. Mai befindet sich eine Schilfinsel auf dem See, die einen neuen Anziehungspunkt für kleine und große Lebewesen über und unter der Wasseroberfläche bildet.
Die Idee zu dieser biologischen Aufwertung des Gewässers hatte Jan Lange, der Jugendwart des Fischereivereins Rastede. Schnell stand aber der gesamte Verein hinter dem Vorhaben, mit dem man sich nicht nur für den Fischbestand, sondern für das gesamte aquatische Leben in dem Gewässer einsetzt.
Nach Kontaktaufnahme mit dem Gewässerökologen Hubert Rietmann aus Coesfeld, der bereits viel Erfahrung mit dem Bau und der Installation künstlicher Inseln hat, war man sich schnell einige über die Rahmenbedingungen der Maßnahme.
Da solch ein Projekt aber nicht mal eben aus der Vereinskasse bezahlt werden kann, machte sich der Fischereiverein auf die Suche nach einem finanzkräftigen Partner, den man schließlich in der Regionalen Stiftung der Landessparkasse zu Oldenburg fand. Mit einem Betrag von 4500 Euro machte die Stiftung die Umsetzung des Umweltprojektes überhaupt erst möglich.
So trafen sich denn Mitglieder des Fischereivereins, Mitarbeiter der Firma Rietmann und Markus Neumann als Vertreter der LZO-Stiftung am Sonntagmorgen, um den See mit einer Insel zu bereichern.
Dafür mussten zunächst zwei 2 mal 5 Meter große Schwimmgestelle am Seeufer zusammengebaut werden, die später miteinander zu einer Insel verbunden wurden. Danach konnten die für den Transport zusammengerollten Matten aus Wasserpflanzen darauf ausgebreitet werden.
Da die Insel auf dem Wasser schwimmt, befinden sich darauf nur Pflanzen, die mit frei im Wasser hängenden Wurzeln existieren und ihre Nahrung aufnehmen können. „Selbstverständlich handelt es sich ausschließlich um einheimische Arten“, betont Rietmann, der viele Jahre mit verschiedenen Gewächsen und Konstruktionen experimentiert hat. Zu diesen Pflanzen gehören beispielsweise Schilfrohr (Phragmites australis), Sumpfdotterblume (Caltha palustris), Sumpfschwertlilie (Iris pseudacorus) und Kalmus (Acorus Calamus).
Die Pflanzen werden sich sehr schnell auf der Insel ausbreiten. Aber auch unterhalb der Wasseroberfläche werden sie mit ihrem Wurzelwerk ein intensives Wachstum entfalten. Das Wurzelwerk wird dabei die Grundlage für eine vielfältige Lebensgemeinschaft auf Klein- und Kleinstlebewesen. Für Jungfische bieten sie damit nicht nur Schutz, sondern auch einen Lebensraum mit reichlich Nahrungsvorkommen.
Schutzfunktion haben die Inseln für die Kleinfische auch gegenüber dem Kormoran. Gerade in Gewässern ohne ausreichend Unterschlupfmöglichkeiten sind die Fische dem Kormoran schutzlos ausgeliefert. Das kann zu einem drastischen Schwund der Kleinfische führen. Unter der Insel ist ein Netzgehege gespannt, in dem die Kleinfische für die unter Wasser jagenden Vögel unerreichbar sind.
Die Insel selbst ist an jeder Ecke mit einer Edelstahlkette an einer 40 Kilo schweren Ankerplatte befestigt und wird damit auch bei Unwetter an ihrer Stelle gehalten.
Solche Inseln bilden aber nicht nur einen neuen Lebensraum für Kleinfische, sie dienen darüber hinaus auch der Reinigung des Gewässers. Unter der Insel mit ihrer abgestimmten Pflanzenwelt entwickelt sich ein weit verzweigtes Wurzelsystem. Allein unter einem Quadratmeter Insel entstehen Wurzeln von über 100 Kilometer Länge. Das ergibt einen riesigen Siedlungsraum für Mikroorganismen, die von zentraler Bedeutung für die Selbstreinigung des Gewässers sind.
In naher Zukunft soll sogar noch eine weitere Insel auf dem See installiert werden, was den Großen Loyer See noch zusätzlich ökologisch aufwerten wird.
