Fischereiverband Weser Ems

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Seitengewässer an der Vehne und Kleingewässer bei Edewecht (02.02.2026)

 

Am 2. Februar begannen die Arbeiten für die Entwicklung einer Flachwasserzone mit Auencharakter sowie die Schaffung eines Stillgewässers am Ortsrand von Edewecht in der Nähe der Vehne.
Der Verlauf der Vehne ist im Projektbereich stark begradigt und dadurch sehr strukturarm. Durch die Begradigung und den Mangel an Strukturen fehlen wichtige Kleinlebensräume für aquatische und semiaquatische Organismen. Mit der Schaffung eines angrenzenden Auenlebensräumen sowie eines Stillgewässer entstehen wertvolle Habitate für Fische, Amphibien, Insekten und Pflanzen.

Begründung der Maßnahme

Der Abschnitt der Vehne ist stark begradigt. Renaturierungen von begradigten Gewässern steigern die Habitatvielfalt und erhöhen den Artenreichtum von Flora und Fauna. Durch die Maßnahme kann die (Wieder-)Herstellung der hydrologischen, morphologischen und biologischen Anbindung der Vehne an Auenstrukturen erreicht werden. Eine Vielzahl an Organismen wie Insekten, Fische aber auch Pflanzen sind an dynamische Auensysteme angepasst und benötigen die in Auen vorhandenen Umweltbedingungen beispielsweise für ihre Fortpflanzung oder als Kinderstube. Daher fördert die Maßnahme den Erhalt der Artenvielfalt aber fungiert auch als wichtiger Trittstein im Biotopverbund.

Ziele

Ziel ist es, ein Seitengewässer mit Auencharakter und einem angrenzenden Stillgewässer zu schaffen sowei eine natürlichere Dynamik der Vehne wiederherzustellen. Auengebiete und Stillgewässer sind wichtige Lebensräume für eine Vielzahl an Organismen. Es erfolgt eine Aufwertung des Gewässerabschnittes, die damit wieder einen geeigneten Lebensraum für speziell an Strukturdiversität und Flachwasserzonen/Auen angepasste Arten, wie z. B. die Quappe (Lota lota) darstellen.

Planung und Durchführung

Unter Berücksichtigung der lokal vorherrschenden Gegebenheiten wie z. B. der Gefällesituation wird die Ausdehnung und Tiefe der Aue geplant. Vorhandene Vegetationssoden werden dabei wiederverwendet und am neuen Auenverlauf ausgelegt. Diese wachsen rasch wieder an und stabilisieren die neuen Ufer, was unerwünschten Baumbewuchs fernhält und zu einem besonnten Gewässer führt.
Während der gesamten Baggerarbeiten verläuft das Gewässer weiterhin durch den alten Verlauf. Die Anbindung der Aue erfolgt erst mit Abschluss aller Profilierungsarbeiten und nach dem Anwachsen der Vegetationssoden und damit einhergehend, der Stabilisierung der Uferbereiche. Der alte Verlauf der Vehne bleibt bestehen, wird aber um einen Auenbereich ergänzt, der in Zeiten hoher Abflüsse als Hochwasserentlaster fungieren kann.
Um die Unterhaltung der Vehne weiter zu gewährleisten, wird eine durchfahrbare Furt mit einer maximalen Wassertiefe von 50 Zentimeter geschaffen und mit Wassersteinen befestigt. Dabei wird darauf geachtet, dass die Rampen der Furt nicht steiler als 1:7 geneigt sind. Das geplante Stillgewässer wird so profiliert, dass es sich an die örtlichen Gegebenheiten anpassen und durch Grundwasser speisen kann. Die Uferbereiche werden strukturreich gestaltet und weisen unterschiedliche Neigungen auf.
Insgesamt entstehen ca. 1287 Quadratmeter Wasserfläche. Der Anfallende Oberboden kann zum Teil zur Ausgestaltung der Fläche wiederverwendet werden. Überschüssiger Oberboden wird auf nahegelegene Flächen verbracht.

Beginn der Baggerarbeiten Anfang Februar 2026.

 

Das Kleingewässer kurz vor der Fertigstellung im Sommer 2026.

 

Nachhaltigkeit

Auen stellen ein wichtiges Laich- und Aufwuchshabitat für eine Vielzahl von aquatischen, aber auch semiaquatischen Organismen dar. Durch die Maßnahme können sich langfristig wertvolle, strukturreiche und dynamische Auenstrukturen entwickeln. Davon profitieren beispielsweise Fische wie die Karausche (Carassius carassius) aber auch Insekten, die geeignete Lebensräume durch die entstandene Strukturvielfalt finden.
Die neu geschaffene Flachwasserzone/Aue soll weitestgehend der Sukzession überlassen werden, und nur unbedingt notwendige Unterhaltungsarbeiten sollen erfolgen. Somit stellen die Flächen über viele Jahre und Jahrzehnten bedeutende Lebensräume für die an das aquatische Milieu gebundenen Organismen dar.
Auch im Hinblick auf die Wasserretention in der Fläche und die Grundwasserneubildung gehen von dem Projekt langfristig positive Effekte aus. Dauerhaft sollen sich wertvolle, strukturreiche Auenlebensräume mit einer standortgerechten Vegetation entwickeln.

Förderung des Ehrenamtes

Der Fischereiverein Edewecht e.V. als Projektträger hat bereits in der Vergangenheit diverse Projekte im Bereich des natur. und Artenschutzes in ehrenamtlichem Engagement durchgeführt.  In der Satzung des Vereins ist der Naturschutz und die Landschaftspflege sowie die Hege und Pflege der Gewässer festgehalten. Im Nachgang zu dem Projekt erfolgt auch die Unterhaltung der neuen Auenlebensräume im Ehrenamt durch den Fischereiverein Edewecht e.V. in Form der beobachtenden Unterhaltung. Es ist zu erwarten, dass insbesondere die Entfernung von Gehölzaufwuchs in der Anfangszeit anfällt.